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21.07.2014

Ordensgeschichte an Originalschauplatz

Das Konventsgebäude des Deutschen Ritterordens am Plauener Komturhof ist das einzige erhaltene Ordensgebäude in Mitteldeutschland. In ihm wird jetzt eine Ausstellung über die jahrhundertealte Geschichte des Ordens gezeigt.

Plauen - Wer den Deutschen Orden für eine Geschichte aus der Zeit der Ritter und Kreuzzüge hält, irrt. Es gibt die Gemeinschaft immer noch. Sie hat heute 1000 Mitglieder und 100 Priester, 200 Schwestern und 700 Familiare, die sich vorrangig karitativen Aufgaben widmen. Unter anderem auch darüber informiert die Exposition des Kulturzentrums Ostpreußen aus dem fränkischen Ellingen, die bis 14. September im Plauener Konventsgebäude besichtigt werden kann.

Die 27 vom Kulturzentrum zur Verfügung gestellten und an den alten Mauern am Komturhof angebrachten Informationstafeln sind chronologisch angeordnet. Um dem Zeitstrahl zu folgen, muss man seinen Rundgang nach dem Betreten des Raumes auf der linken Seite beginnen.

"1096 - 1291" lautet die Zeitangabe auf der ersten Tafel. Das ist die Zeit der Kreuzzüge und Ritterorden, die der Gründung vorausging. Wenn man etwas von Kreuzzügen hört, denkt man an Kreuzritter und den gleichnamigen polnischen Monumentalfilm aus dem Jahr 1960, der allerdings im 15. Jahrhundert spielt. Ausschnitte der deutschsprachigen Fassung sind in einer Endlosschleife auf einem Bildschirm im Ausstellungsraum zu sehen und bewegende Musik von Kazimierz Serocki ist im Hintergrund zu hören. So kommt im Ausstellungsraum die passende Stimmung auf.
In der Exposition geht es auch um die Gründung des Ordensstaates, dessen Verwaltung, die Gründung von Städten und Siedlungen und wie das alles funktionierte. Die Zusammenhänge sind gut erklärt und übersichtlich dargestellt - zum Beispiel die Verwaltung des Ordensstaates mit dem Hochmeister, den Deutschmeistern, den Komturen. Auch wenn er selbst tatsächlich nie in Plauen gewesen sein soll, können die Plauener bei diesem Thema dennoch auf Heinrich den Älteren von Plauen verweisen, den Retter der Marienburg und Hochmeister von 1410 bis 1413. Auch er und seine historische Rolle sind in der Schau erwähnt.

Mehrere Porträts von Hochmeistem sowie Gemälde sind zu sehen, auf denen historische Ereignisse dargestellt sind, so der Einzug der Ordensritter in die Marienburg - eine beeindruckende Arbeit aus dem 19. Jahrhundert von Carl Steffek.
Skizzen zeigen, wie die Ritter ihre Burgen bauten, damit sie in diesen vor Angreifern geschützt waren. Der Plan des Burgkomplexes Mewe (Ostpreußen) lässt einen äußeren Schlossgraben erkennen, dahinter die Vorburg, einen inneren Schlossgraben, einen Wehrgang und anderes. Bis die Feinde zur eigentlichen Burg vorgedrungen waren, konnte es also eine Weile dauern.
Die Mitglieder des Komturhofvereins haben auch daran gedacht, über die Historie der in Plauen seit 1214 ansässigen Deutschherren zu informieren. Auf der Internetseite www.komturhof.de ist eine Zeittafel zum Heruhterladen zu finden, auf der die wichtigsten Ereignisse stehen. Diese Zeittafel befindet sich auch im Ausstellungsgebäude. Sie reicht von der Ansiedlung vor 8oo Jahren bis zur Gründung des Komturhofvereins 2008 und führt unter anderem am dass Vogt Heinrich IV. dem Orden 1224 die Johanniskirche schenkte.

DIE AUSSTELLUNG "Die Geschichte des Deutschen Ordens von der Gründung bis zur Gegenwart" im Konventgebäude am Komturhof in Plauen ist bis 14. September jeweils Mittwochs von 17 bis 19 Uhr sowie Samstags von 10 bis 15 Uhr und Sonntags von 13 Uhr bis 17 Uhr geöffnet.

Freie Presse 21.07.2014

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